Erstflug am 23. April 2005
Zwei Wochen vor Erstflug habe ich den nagelneuen DA50 erstmals zum Leben erweckt. Choke geschlossen, Vollgas, Propeller 5 Mal durchgedreht und ich sehe, dass sich der Benzinfilter mit Benzin füllt. Der Motor saugt also schon mal sehr gut an. Als Energiespender verwende ich Tankstellenbenzin von Schell Super 98 Oktan und reichliche 2.5 Prozent Oel von Belray (Toni Clark). Zünding ein, Chocke geschlossen, Gas in Mittelstellung, 5 weitere Mal gedreht und schon macht es "pop". Chocke raus, und der DA50 läuft nach 5 Schlägen im Standgas. So schnell ist bei mir noch nie ein Motor zum ersten Mal angelaufen. Die Standardeinstellungen am Vergaser stimmen schon mal sehr gut, der untere Drehzahlbereich ist allenfalls noch etwas fett, aber ich lasse vorerst alles noch unverändert. Dann gönne ich dem Motor eine Tankfülllung. Der Motor läuft im Standgas sehr ruhig, Vibrationen sind kein Thema. Bei kuzzen Vollgasstössen merke ich allerding jetzt schon, dass die Ulti eher laut ist (für meinen Geschmack).
Dann den Schwerpunkt überprüft: Am hinteren Stahldraht der oberen Fläche aufghängt nimmt meine Ulti die Nase DEUTLICH nach unten. Des weiteren habe ich die KLEINEN Ruderausschläge nach Vorgabe von Weiershäuser eingstellt. So sollte alles auf der sicheren Seite sein.
Eine Woche später am 23.4.2005 auf dem Flugplatz. Das Wetter ist nicht optimal, wir haben Föhn mit Turbulenzen, zudem ist eine Front im Anzug. Eigentlich kein Wetter zum Einfliegen, aber ich will endlich wissen, ob die Ultimate fliegt. Der DA50 springt sofort an. Noch der obligatorische Reichweitentest, und ab geht es auf die Piste. Ich stelle fest, dass die Ultimate beim Anrollen etwas nervös auf das Seitenruder ist und gebe hier noch etwas mehr Expo. Jetzt ist alles im grünen Bereich. Mit gezogenem Höhenruder anrollen, Höhenruder nachlassen und dann Vollgas. Trotz befestigter Piste (Band) hat das Modell keine Ausbruchstendenz. Nach 20 Metern ist sie in der Luft, ohne dass ich gross etwas steuern muss. Das Modell liegt sofort gut am Knüppel. Die Grundgeschwindigkeit kommt mir gemütlich vor. Allerdings haben wir ziemlich Turbulenzen und föhnbedingt etwas Abwind, deshalb fliege ich das Modell im Moment mit recht viel Gas. Ueberhaupt merke ich jetzt, dass ich einen Doppeldecker fliege, das Modell hat mehr Wiederstand als mein F3A Rubin.
Der DA50 hat eine brachiale Leistung für einen 50-er Benziner. Ich verwende die gleiche Latte wie bei meinem ZG-62, nämlich eine 22x 10 Kohle von Mejzlik. Der DA50 dreht diese Latte fast gleich hoch wie der ZG-62. Die Ultimate ist mit dem DA50 sehr gut unterwegs.
Zur Landung fliege ich recht hoch und mit erhöhter Geschwindigkeit an, beim böigen Wind. Erst über der Pistenschwelle Gas raus, und das Modell bremst gut ab und setzt im hinteren Drittel der Piste auf. Ich merke jedoch, dass es nicht reicht bis zum Pistenende und gebe wieder Gas. Zweiter Anflug, wieder mit genügend Geschwindigkeit und recht hoch angeflogen (man könnte sicher VIEL langsamer anfliegen, das kommt dann noch wenn ich das Flugzeug besser kenne und mutiger werde), weich aufgesetzt, und das Modell rollt problemlos aus. Keine Tendenzen auszubrechen, oder auf die Seite zu kippen. Die Landung ist problemlos, auf jeden Fall einfacher als bei meiner Piper, die gerne die Wochentage durchzählt.
Jetzt weiss ich, dass Schwerpunkt, Ruderausschläge und Einstellwinkel der Ultimate für einen sicheren Flugbetrieb stimmen und freue mich auf den nächsten Flugtag, hoffentlich dann mit beserem Wetter.
Mein erster Eindruck ist, dass es sich bei der Ultimate um ein recht ausgewachsenes Modell handelt, als Funflyer würde ich sie nicht bezeichnen. Sie ist langsamer unterwegs als mein F3A Rubin, hat aber einen grossen Geschwindigkeitsbereich. Die Flugeigenschaften sind problemlos, auch für einen durchschnttlichen Piloten.
Weitere Flüge Ende Mai 2005
Habe die Ultimate weitere Male geflogen, und ich muss sagen, ohne den Abwind, den ich beim beim Erstflug hatte, fliegt sie noch besser. Die Ultimate fliegt jetzt sehr "leichtfüssig", etwas 1/3 Gas genügt, damit sie nicht sinkt. Vorallem fliege ich sie jetzt erstmals richtig langsam. Dabei bin ich erstaunt, dass sie auch im Langsamflug förmlich am Knüppel klebt.
Es folgen die ersten Loopings. Sie scheint wirklich auf den vielzitierten Schienen zu fliegen. Mit den vorgegebenen KLEINEN Ausschlägen ist sie auf Höhe ruhig und präzis, aber auf dem Quer für meinen Geschmack immer noch sehr lebendig, die Rollrate bei schnellen Rollen verblüfft mich. Ich nehme die Querruderausschläge um 20 Prozent zurück (das heisst: 80 Prozent der KLEINEN Ausschläge von Weiershäuser's Empfehlung), habe noch 50 Prozent Expo drauf gemischt und fühle mich jetzt wohl mit der Reaktion auf Querruder.
Die Leistung des (noch nicht eingelaufenen) DA50 begeistert. Die Ultimate steigt viel besser als meine Rubin mit dem Yamada. Die Ultimate geht problemlos senkrecht, auch aus dem Langsamflug heraus beschleunigend senkrecht nach oben. Zum 3D Fliegen (hovern) etc. kann ich mich nicht äussern, denn ehrlich gesagt beherrsche ich diese Disziplin nicht.
Die Landungen sehen einfach genial aus. Wenn man langsam hereinkommt, mit etwas Schleppgas, hat sie die Nase oben wie die Richtige! Auch dabei kommt sie wie auf Schienen und denkt nicht im entferntesten an ein Abreissen. Man muss aber im Landeanflug mit einem Doppeldecker daran denken, dass die Fahrt beim Drosseln schneller abgebaut ist, als dass man sich das vielleicht von einem einfllächigen Modell gewohnt ist. Beim Aufsetzen muss sie nicht völlig ausgehungert sein. Im Gegensatz zum Beispiel zur Piper hat die Ultimate keine Tendenz zum Springen, auch wenn man mit leichter Ueberfahrt aufsetzt.
Matthias Brühlmeier, 23.5. 2005